Weimar

Kerstin Müller (Grüne), neuerdings gut versorgt als Staatsministerin im Auswärtigen Amt, lehnt einen Einsatz der Spürpanzer in Kuweit im Falle eines US-Militärschlages gegen den Irak ab. Im Deutschlandfunk erklärte sie, dass es zwischen dem Irak und der Terrororganisation El Kaida keine Verbindung gebe. Das ist neu, das muss man doch dem US-Präsidenten George Bush mal sagen. Schliesslich denkt er doch noch immer, das Osama bin Laden und seine Gefolgschaft gute und enge Kontakte in den Irak pflegen.

Verteidigungsminister Peter Struck betonte unterdessen das, was Bundeskanzler Gerhard Schrö der schon vor ein paar Tagen auf dem NATO-Gipfel in Prag verkündete: Die Panzer bleiben in Kuweit im Rahmen des Einsatzes Enduring Freedom.

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass die USA Deutschland um Unterstützung beim wahrscheinlichen Feldzug gegen den Irak gebeten hätte. Was aber genau die Anfrage enthielt, ist bis heute nicht durchgesickert. So werden die Spekulationen genährt, etwa derart, dass Deutschland auch Flugabwehrraketen vom Typ Patriot bereitstellen soll, was Verteidigungsminister Struck fluchs dementierte. „Die Raketen sind nicht angefordert worden.“ Die nicht, aber vielleicht andere…

Eselsohren und Hofknicks

Klar war es für Oskar Lafontaine, fahnenflüchtiger Ex-Finanzminister und Montagsjournalist für die Bild, dass die Regierung in der Frage des Irakkriegs wackeln würde. Aber mit der CDU/CSU geht er dann doch anders um, als mit seinem Lieblingsrivalen Schröder. Stoiber müssten eigentlich Eselsohren wachsen, hätte er doch Eide geschworen, sich am Krieg nicht zu beteiligen und Merkel übe schon den Hofknicks für US-Präsident Bush. Aber selbst wenn Merkel ein Knieleiden von den vielen Knicks bekommt, Stoibers Ohren wollen nicht wachsen.

Schröder lügt, Stoiber lügt, Merkel lügt, Koch klärt nicht auf und „Demokratie ohne Wahrheit gibt es nicht„. Deutschland ist also keine Demokratie, denn wie wäre das möglich bei all den Lügen? Aber es kommt noch dicker: „Weimar ging auch an der Lüge zugrunde.“ In der zweiten Woche bereits vergleicht nun Oskar Lafontaine Bundeskanzler Schröder mit dem Reichskanzler Brüning und malt die kleinen braunen Gespenster Haider, Le Pen, Fortuyn und Schill in die Bild. Verantwortlich dafür und für die Krise überhaupt ist die Großindustrie. Natürlich, wer sonst. Glaubt man Lafontaine, so sieht die Zukunft düster aus. B rüning stand für hohe Arbeitslosigkeit, Lohnkürzungen und Preisverfall, also schlicht für das Versagen in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik.

Ritsch

Apropos versagen: polilog.de’s Lieblingszeitung, die Bild, bringt wieder die Geschütze in Stellung, diesmal gegen Doris Schröder-Köpf, First Lady und Kanzlergattin Nummer 4. Die Dame hatte vergangene Woche einen Rundumschlag gegen Elmar Brandt (der mit dem Steuersong), Oskar Lafontaine und Arnulf Baring (Historiker) gestartet. Nun hat die Bild in journalistischer Feinstarbeit Leserbriefe ausgesucht und mit Kommentaren aus dem deutschen Blätterwald gespickt. Das Paket wurde vermutlich heute zum Frühstück dem blonden Fallbeil serviert.

Eines ist aber sicher: Frau Brüning hätte sich so nicht geäußert.

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