Draus vom Walde komme ich her…

Ho, ho, ho, es weihnachtet sehr. Und wie es aussieht, dürfte Knecht Ruprecht in diesem Jahr einige Ruten dabei haben…

SAT.1 bekommt auf jeden Fall eine, denn das Absetzen der Harald Schmidt Show katapultiert den Sender viele Schritte in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Aber auch Bundeskanzler Gerhard Schröder bekommt, nachdem er am 27. November gleich drei Weihnachtsbäume geschenkt bekommen hatte, eine Rute nach der anderen.

Auf seiner Reise durch das Morgenland verkaufte Schröder Hopplahopp eine Atomanlage, ohne die Abenddämmerung der Kröten (Bezeichnung von Ministerpräsidentin Heide Simonis für die Parteimitglieder von Bündnis 90/Die Grünen) zu berücksichtigen. Die kontern denn sogeleich auf ihrem Parteitag, aber lassen den Kanzler gegen jede Überzeugung gewähren.

Aber der Seitenhieb kam dann schnell aus Hamburg: Die GAL (ja, ja, in Hamburg haben selbst die Grünen einen alternativen Namen, muss man sich doch von der Bundespartei in jeder Form absetzen) blickt nach dem kurzfristigen Aus der konservativen Wattekoalition frohen Mutes Richtung Köln und läßt verlautbaren, dass alles möglich sei.

Zu dieser ohnehin unruhigen Zeit sind nun auch noch alle Gesetzesentwürfe zur Agenda 2010 (wir erinnern uns, irgendwann im März diesen [oder war es doch letzten] Jahres hatte Schröder dem Bundestag von irgendwelchen Änderungen erzählt) im Vermittungsausschuss gelandet. Die CDU hat bereits angekündigt, alles den Bach runtergehen zu lassen, sollte sie sich nicht durchsetzen können; die Gewerkschaf ten meutern ebenfalls, der Industrie geht das alles nicht weit genug, und bezahlen darf es wieder der Bürger. Kurzum, das Ergebnis wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts bewirken.

Die EU-Kommission schimpft offen mit der Bundesregierung wegen der überhandnehmenden Verschuldung, Finanzminister Hans Eichel kann mit fiesen Tricks das Schlimmste dabei verhindern, US-Präsident George Bush erinnert Schröder daran, dass am irakischen Wiederaufbau nur diejenigen beitiligt werden, die auch bei der Invasion mitgespielt haben und Polen ist zwar noch nicht in der Europäischen Union, aber will Schröders Verfassungsentwurf keinesfalls unterstützen.

Derweil bildet die CDU-Vorsitzende Angela Merkel ihre Partei in eine Blockpartei nach DDR-Vorbild um. Querulanten werden der Partei verwiesen, langfristige politische Zielsetzungen über den Haufen geworfen und den Delegierten neue Doktrien übergestülpt, die sie in den Ortsverbänden zu Weihnachten präsentieren dürfen.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle ist nun endlich sein Guido-Mobil losgeworden (es gibt schließlich noch andere Verrückte), kämpft aber seit dem Tod von Jürgen W. Möllemann mit der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Der einst so blühend empor gestiegene Ronald Barnabas Schill, Amtsrichter ohne Gnaden und Gründer der Hamburger Partei PRO fällt tief in diesen Zeiten (Parteiausschluss, Scheitern der Hamburger Koalition), aber zieht rechts und links die Weggefährten mit sich – solidarisch eben.

Das einzig besinnliche an dieser Vorweihnachtszeit scheint die Ruhe im Saarland zu sein. Bei den chaotischen Verhältnissen dieser Tage ist es mehr als verwunderlich, dass sich Oskar Lafontaine, Deutschlands größter Vaterlandsverräter, nicht zu Wort meldet.

2004 wird sicher nicht besinnlich, aber bestimmt interessant. Ihnen und Ihren Angehörigen alles Gute für das kommende Jahr.

Frohe Weihnachten…

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Über hinrich7

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