Osttugend

Deutschland bittet die 6 größten Industrienationen und Russland zum G8-Gipfel an die Ostsee und Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt dabei die lieb gewonnenen Tugenden ihrer heimatlichen DDR.

Natürlich muss die Mauer wieder her, wenngleich es sich diesmal nur um einen Zaun handelt. Man kann wohl aber davon ausgehen, dass dieser Zaun besser gesichert ist, als es die deutsch-deutsche Grenze je gewesen war. Dass das Bauprojekt viele unnötige Millionen an Steuergeldern verschlungen hat, nimmt der Bürger dabei kritiklos hin.

Aber der Zaun wird seinen Zweck erfüllen: Die Politiker der Welt werden abgeschirmt von allem, was nicht erkennbar sein soll. Demonstrationen werden so weit entfernt, dass eine Teilnahme an selbigen absurd ist. Ebenso gut könnte man in einem Bergbauschacht demonstrieren. Und wenn überhaupt noch eine Demonstration zugelassen werden sollte, was aufgrund des Drucks der Medien durchaus möglich erscheint, so werden wohl nur ausgewählte, regime- bzw. regierungstreue Vorzeigebürger daran teilnehmen dürfen. Irgendwie erinnert das an kürzliche Berichte aus Russland.

Zur besseren Identifizierung wurde eine weitere Tugend übernommen: Die Geruchsprobe. Diese Möglichkeit ist viel besser geeignet, als die bisherigen Identifizierungsinstrumente. So kann man das Hinterlassen von Fingerabdrücken mit Handschuhen unterbinden und einer optischen Erkennung mit Masken vorbeugen. Aber seinen eigenen Mief wird man nicht los, das wusste auch schon die Staatssicherheit.

Wenn man sieht, was an Sicherheitsmaßnahmen öffentlich bekannt ist, dann lässt sich erahnen, was zusätzlich getan wird, aber keineswegs bekannt ist. Es scheint fast so, als sei die Sicherheit in Deutschland so wenig vorhanden, wie in Ländern der Zweiten oder Dritten Welt.

Eigentlich wäre es viel effektiver und kostengünstiger gewesen, wenn die Bundesregierung für den Gipfel das Messegelände in Berlin gemietet hätte: Dort gibt es bereits einen Zaun, dort gibt es bereits Telekomtechnik, die ja ebenfalls in Heiligendamm für abenteuerliche Summen installiert wird, und dort existieren auch Sicherheitskonzepte.

Bei alle dem werden die Sicherheitsbehörden aber vielleicht doch ein Problem haben: Wenn die Belegschaft der Telekom ihre Drohung wahr macht, und während des Gipfels Schwerpunktstreiks auch in und um Heiligendamm durchführt, nutzen den Sicherheitskräften all die schönen neuen Informations- und Überwachungstechniken nichts. Aber vielleicht wird ja noch ein zeitlich begrenztes Streikverbot ausgerufen…

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Über hinrich7

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