Das war 2007

Das einschneidenste Ereignis im Januar, wenn nicht im ganzen Jahr, war der Brand eines Hauses am 12. Januar in Bredeneek. Zum Glück konnten sich meine beiden Angehörigen und ein bei ihnen wohnender Lehrling rechtzeitig vor den Flamen retten, aber neben den materiellen Verlusten dürften auch eine Reihe persönlicher Dinge und des Familienarchivs Opfer der Flamen geworden sein.

Ansonsten war der Januar geprägt von Stürmen und viel zu warmem Wetter. Sturm gab es aber auch wieder im benachbarten Preetz, wo sich einige Anwohner gegen einen „Luxus-Umbau” von Straßen wehren; Geiz ist auch 2007 noch geil…

Wer die Kieler Nachrichten aufmerksam verfolgt hat, musste auch feststellen, dass es in der Schwimmhalle in Preetz nun keinen reinen Frauenbadetag mehr gibt. Der Kulturschock saß offensichtlich tief, denn reihenweise druckte das Blatt Leserbriefe ab, von denen in einem treffend festgestellt wurde, dass nun auch Preetz langsam das 18. Jahrhundert verlässt.

Am Ende des Februars musste man es wohl einsehen: Der Winter fiel dieses Jahr aus. Ganze drei Tage sank die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Der viele Regen hingegen, der sich auch im März fortsetzen sollte, erschwerte die Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft erheblich. Zudem wurde es gewiss, dass die Gerste aber auch der Weizen unter einem Virusbefall leiden.

Ende Februar verlor die Börse in Schanghai an einem Tag gut 9% und zog in der Folge die Weltmärkte mit Richtung Süden. Ein paar Tage kursierten Schreckensmeldungen wie ein Ende der sogenannten Carry Trades durch die Runde. Aber dann besonnen sich die Investoren eines Besseren: Was ist den Schanghai? Die Kapitalisierung der Börse ist so gering und die dort gelisteten Unternehmen haben kaum geschäftliche Verflechtungen zum Rest der Welt, dass selbst ein massiver Einbruch keine Auswirkung auf die Weltwirtschaft haben würde. Vergessen sollte man aber nicht, dass das in ein paar Jahren anders sein mag…

BildDas gut besuchte Osterfeuer stand am Anfang eines ungewöhnlichen Frühlings, der durch eine lange Hitzeperiode geprägt war. Die Gerste, vor allem aber der Weizen, wiesen jedenfalls bei der Ernte Ertragsschwächen auf, die auf die Trockenheit zurück zu führen waren. Allerdings bewegten sich erstmals seit vielen Jahren die Preise deutlich nach oben; in der Spitze wurden fast 290,00 €/t bezahlt. Auf diesen Zug sprangen Handel und Bäckerein gerne auf und versuchten den Landwirten den Schwarzen Peter zuzuschieben.

FotoDie Ernte war insgesamt problematisch: Viele Regentage, viele Lagerstellen und anderes Ungemach belasteten vor allem die Nerven. Aber durch die nachhaltig gestiegenen Weltmarktpreise wurde der deutliche schlechtere Naturalertrag letztendlich erträglich. Und auch für 2008 sieht die Marktentwicklung im Grunde positiv aus: Insbesondere in Südamerika rechnet man mit Ernteverluste bei der Sojabohne aufgrund einer Trockenheit im Frühjahr. Das dürfte sich vor allem auf dem im Vergleich zum Getreide zurückgebliebenen Rapspreis auswirken. Andererseits konnte die Bestellung nicht unter optimalen Bedingungen erfolgen, so dass wohl keiner Rekordernten erwartet.

In das Thema DSL kam etwas Bewegung, aber leider nicht genug. So ist der Betrieb zwar mittlerweile auf dem letzten Stand der digitalen Welt, aber die Anbindung an die Außenwelt ist nach wie vor dürftig. Und auch auf die normale Post ist nicht wirklich Verlass. Hier soll nun 2008 deutlich mehr Bewegung entstehen…

Die Preishausse der sogenannten Soft Commodities wirkte sich auch auf die Preise der Weihnachtsbäume aus. Viele regionale Produzenten hoben die Meterpreise auf 20,00€ und mehr; Lehmkuhlen war da mit 17,00€ noch vergleichsweise günstig. Aber wir hatten das Problem, dass die Kultur, die wir für das Selberschlagen vorgesehen haben, aus der Fassung geraten ist: Die Bäume sind schlicht zu groß. Ein Problem, dass sich leider auch in 2008 noch darstellen wird. Konsequent konzentrieren wir uns mehr auf das mittlerweile traditionelle Schlittenhunderennen und anderen Attraktionen, statt mit einem Weihnachtsmarkt den Versuch zu starten, gegen Dobersdorf, Stocksee und Co in Konkurrenz treten zu wollen.

So wirklich aufregend war das Jahr 2007 nicht, aber 2008 wirft schon einige Schatten voraus: Drei wild gewordene Mieter, aus denen sich bereits zwei Prozesse ergeben haben, und der dritte wohl noch folgen dürfte; ein wild gewordener Sportverein, der die Redeweisheit „beim Ehrenamt bringt man Geld mit“ wörtlich nehmen möchte, eine wild gewordene, halbstaatliche Institution, die meint, Gesetze sind für andere da, etliche Bauvorhaben und nicht zuletzt die im Mai anstehende Kommunalwahl.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2008.

PS: Heute war die Post wieder nicht da…

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