Geschälte Melonen

Die Bürgerschaftswahl in Hamburg ist gelaufen und die CDU wurde stärkste Fraktion. Verloren hat sie deutlich, immerhin über 10% (nicht Prozentpunkte) gegenüber der vorherigen Wahl. Dennoch ist es das viert beste Ergebnis seit 1946.

Weniger entspannt nahm die F.D.P. das Ergebnis von 4,7% auf, verpasste sie doch erneut den Einzug ins Rathaus. Der Bundesvorsitzende, Guido Westerwelle, macht denn auch sogleich die CDU für den Misserfolg verantwortlich. Eine Fokussierung auf eine schwarz-grüne Mehrheit hätte den Erfolg seiner Partei verhindert. Aber seit wann ist eigentlich die CDU für den Erfolg anderer Parteien verantwortlich?

Dennoch scheint Westerwelle mit seiner Analyse nicht ganz falsch zu liegen, denn die CDU-Vorsitzende Angela Merkel führt die CDU streng nach ihren Tugenden links an der SPD und der SED vorbei. Eine Koalition mit den Grünen, die sich in Hamburg GAL nennen und immer noch über kommunistische Inhalte verfügen, ist nicht nur denkbar, sondern sogar erwünscht. Gleichzeitig wird die SPD davor gewarnt, sich mit der SED ins politische Bett zu legen.

Derweil eiert die Bundes-SPD durch die Republik: Ihr Vorsitzender Kurt Beck entschuldigte sich noch am Wahlabend über Verwirrungen, die er verursacht haben könnte, da er eine Duldung durch die SED entgegen aller vorherigen Aussagen für möglich hielte. Einen Tag später entschuldigte sich Beck erneut. Diesmal allerdings wegen einer Grippe von der Vorstandssitzung mit anschließender Presseerklärung… Ein Schelm, wer da Zusammenhänge sieht.

Hamburg und Hessen haben Deutschland in diesem Jahr in eine neue politische Landschaft geführt:

Die CDU zieht weit links außen an der SPD vorbei. Die SPD hat ihren linken Flügen dem Out-Sourcing dank der SED unterzogen. Die Reste von Bündnis ’90 machen innerhalb der Grünen die Marktwirtschaft und konservatives Gedankengut hoffähig und führen die einstige Protestpartei in die unmittelbare Konkurrenz der F.D.P. Und die hat die neue politische Landkarte weder begriffen noch übernommen und steht trotzig in der Brandung der Wellen der politischen Neuorientierung.

Der Wähler aber ist erneut nur in die Irre geführt worden: Wahlkampfaussagen zählen nicht mehr und die Glaubwürdigkeit von Politikern dürfte sich nun langsam dem Nullpunkt nähern. Das scheint aber das wahre Ziel der Berufspolitiker: Flechmatische Wähler nehmen ihnen nicht den Arbeitsplatz, der eine üppige Altersvorsorge beinhaltet…

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Über hinrich7

Noch nix...
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