Die Arroganz der Presse

Mal wieder entsetzt war ich über die Arroganz der Presse, obwohl man ja eigentlich nichts Anderes erwarten kann.

Da schrieben die Kieler Nachrichten am 19. April 2008 einen Artikel über die Sitzung des Gemeinderats vom 17. April auf Seite 32:

(…) Um eine interessante Variante wurde die Aussprache um die Sanierung der Verbindungsstraße zwischen den Ortsteilen Falkendorf und Lepahn bereichert. Die Straße ist in schlechtem Zustand und muss von Grund auf saniert werden. Der Finanzaufwand ist beträchtlich. Obendrein muss Schellhorn seine Zustimmung geben und einen Teil der Kosten übernehmen. Rund ein Drittel der Trasse verläuft über ihr Gemeindegebiet. Gutsherr Conrad Hinrich von Donner regte an, die Straße kostensparend in eine wassergebundene Piste zurückzuverwandeln. Voraussetzung dafür wäre, dass bei Scharsdorf ein Zubringer an die B76 gebaut wird, damit dem Individualverkehr eine adäquate Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen zur Verfügung steht. Bürgermeister Langfeldt versprach, die Machbarkeit dieses Vorschlags von der Amtsverwaltung prüfen zu lassen.

Fast immer nutzen die Redakteure der Kieler Nachrichten, aber auch anderer Zeitungen, Begriffe wie „gutsherrliche Art“ oder Variationen davon, um ein negatives Image zu transportieren. Und da der Bericht nun auch rein gar nichts mit dem Gut Lehmkuhlen zu tun hatte, wandte ich mich in einer E-Mail an den Chefredakteur der Kieler Nachrichten, in dem infantilem Glauben, dort herrsche noch Anstand und Intellekt.

Ein Irrglaube. Der Chefradakteur, Jürgen Heinemann, schrieb mir in seiner Antwort: „Erlauben Sie mir, dass ich unseren Gedankenaustausch auf eine etwas schlichtere Ebene transferiere. Vielleicht auch (etwas zu persönlich) werde. Von Mann zu Mann muss ich Ihnen einfach sagen, dass bestimmte Stellungen in der Politik, in der Wirtschaft oder im gesellschaftlichen Leben auch ein adäquates Selbstbewusstsein erwarten lassen müssen. Diese „Kreuz“ vermisse ich bei Ihnen, wobei Sie sich nach meiner Auffassung allzu sehr von einer Stimmung beeinflussen lassen, die im Bereich der Regenbogen-Medien – in beide Richtungen nach Bedarf verklärt – gerade Mode sind.“ Wie bitte? Bin ich Bundestagsabgeordneter, im Vorstand der E.On oder mit Stefanie von Monaco liiert?

Meiner Meinung nach haben die Kieler Nachrichten GmbH ein erhebliches Qualitätsproblem (1), dessen Ursache im Personal zu suchen sein dürfte. Aber wer weiß, vielleicht liest die ja mal ein Verantwortlicher des Axel Springer Verlages, der sich um seine Beteiligungen kümmert…

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Über hinrich7

Noch nix...
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