Sommertheater – 2. Akt

Wie es sich bereits angedeutet hat, will Andrea Ypsilanti erneut versuchen, sich mit Hilfe der SED-Nachfolgerin zur hessischen Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Und für wie dumm Ypsilanti die Wähler hält, macht sie auch gleich deutlich: So soll der erneute Vorstoß, der das aktive Mitwirken der Kommunisten bedarf, erst nach der Landtagswahl in Bayern erfolgen. Getreu dem Motto, vielleicht wählt uns ja einer mehr, so lange wir uns von den Kommunisten nicht haben wählen lassen…

Aber als ob das bei den Umfragewerten der SPD überhaupt eine Rolle spielt, zumal Bayern nicht gerade als rote Hochburg bezeichnet werden kann.

Und just in diesem Moment kam geradezu theatralisch die Anmerkung von dem Vaterlandsverräter, Oskar Lafontaine, dass er als Ministerpräsident des Saarlandes eine SPD als Juniorpartner akzeptieren könnte.

Spätestens in diesem Fall, wenn nicht ohnehin schon durch die rot-roten Koalitionen in den Fünf Neuen Ländern, steht es der SPD nicht zu, zu behaupten, alle anderen seien in der DDR so genannte Blockparteien gewesen. Vielmehr ist es wohl so, dass die alte Tante SPD mal wieder zu spät kommt. Denn während alle anderen die Fehler erkannt und sich, mit Ausnahme der CDU, von den Blockflöten befreit haben, nähert sich die SPD den SED-Nachfolgern immer mehr an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht derweil das, was alle Politiker tun, wenn sie innenpolitisch nicht Herr der Lage werden: Sie konzentrieren sich auf die Außenpolitik. Und nachdem Merkels ehemaligen Freunde aus Moskau in Greorgien nun das fortsetzen möchten, was sie in Tschetschenien bislang nicht vollenden konnten, bot sich Merkel jetzt auch das richtige Szenenbild. Mit der Regie schien sie allerdings nicht ganz zufrieden gewesen zu sein, aber mit ein paar scharfen Äußerungen Richtung Moskau und dem Boomerangeffekt für Paris hat Merkel auch diesen Designfehler beseitigt.

Aber auch für eine innenpolitische Nebenrolle haben die Volksvertreter gesorgt. So reiste die Ministerin Annette Schawan für schlappe 26.000 Euro mit dem Hubschrauber von Stuttgart nach Zürich, weil sie sonst einen Termin nicht hätte wahrnehmen können. Einen Linienflug gab es nicht. Autofahren ist ja durchaus in den heutigen Zeiten nicht nur verpöhnt, sondern auch teuer, aber in diesem Fall wäre es doch vielleicht eine Alternative gewesen. Knapp 180 Kilometer lassen sich mit dem Helikopter nur unwesentlich schneller als mit einer S-Klasse oder einem Cayenne bewältigen, zumal wenn man selbige mit dem Blaulicht ausstattet. Ökologisch korrekt wäre indes die Eisenbahn gewesen, die, wie man auch im hohen Norden bereits erfahren hat, eine Verbindung zwischen Stuttgart und Zürich unterhält. Im übrigen besteht auch die Möglichkeit, seinen Terminplan etwas besser zu koordinieren. Dann kommt man nicht immer unter Zeitdruck und letztlich zu spät. Steuer zahlende Bürger können und dürfen für Frau Schawan jedenfalls nicht das geringste Verständnis haben.

Und immer wieder werden die Szenen im Sommertheater vom derzeitigen Vorsitzenden der SPD, Kurt Beck, kommentiert. Aber irgendwie erinnern seine Interviews an jemand anderen: Boris Becker. Äh… Vorhang …äh… auf …nicht?

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Noch nix...
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