Zerstörte Kinderträume

Fußball hat in Deutschland ja bekanntlich einen hohen Stellenwert. Und so wollte auch mein Großer, inspiriert von der Weltmeisterschaft 2006, Fußball spielen. Zunächst versuchten wir es in 2007 beim TSV Lepahn, der sich aber in Ermangelung einer F-Jugend als ungeeignet herausstellte. Und so begannen wir in diesem Frühjahr beim Preetzer Turn- und Sportverein (PTSV) unser Glück. Eine verheerende Fehlentscheidung…

In den Sommerferien entschloss sich der Große, nun dauerhaft beim PTSV spielen zu wollen. Und da ein Klassenkamerad ebenfalls dort spielte, schien die Auslastung des Mama-Taxis erträglich. Dann aber kam es zum Eklat: Am Dienstag, 9. September sagte der Trainer, der Große solle am Sonntag, 14. September, mit der Mannschaft in und gegen Selent spielen. Die Vorfreude war groß, und wir mussten einiges organisieren, um dieses erste Turnier zu ermöglichen. Denn eigentlich war eine Taufe bei Freunden geplant. Am Donnerstag dann stand die familiäre Organisation, aber beim Training kam die böse Überraschung: Der Trainer sagte, der Große solle, angeblich aufgrund einer Vorstandsentscheidung, künftig in der F2-Jugend spielen. Auf meine Frage, was denn mit seinem Klassenkameraden sei, hieß es nur, der bliebe in der F3. Im übrigen würde man sich bei uns melden.

Der Junge war am Boden zerstört. Das große Ereignis, sein erstes Turnier, nichts als eine Illusion, zerplatzt aufgrund der Arroganz von Funktionären. Selbstredend, dass sich niemand bei uns gemeldet hat. Und so schrieb ich an die zuständigen Funktionäre am 13. eine E-Mail, in der Hoffnung, doch noch ein gutes Ende zu erreichen:

Hallo,

nehmt es mir nicht übel, aber ich möchte hier einmal meinem Ärger Luft machen:

Als ich am Donnerstag **** zum Fußball brachte, wurde mir beiläufig mitgeteilt, dass **** nicht mehr in der F3-Jugend spielen könne, sondern nunmehr der F2 zugeteilt wurde. Die Trainingszeiten seien Montags und Freitags. Auf meine Frage nach der Zugehörigkeit von S*** *** hieß es, dieser bliebe in der F3. Mein Protest wurde mit der lapidaren Aussage, das habe der Vorstand so entschieden, abgekanzelt. Und an dem morgigen Spiel der F3 in Selent könne **** auch nicht teilnehmen.

Wie ich nun heute über die Web-Site des PTSV schaue, muss ich feststellen, dass die F2-Jugend ausschließlich in Kühren trainiert.

    1. In den vergangenen zwei Wochen wurde ich gefragt, ob es möglich wäre, wenn **** in Kleinkühren trainieren könnte. Dieses Ansinnen habe ich eigentlich in aller Deutlichkeit abgelehnt. Wir wohnen in Lehmkuhlen, haben drei Kinder und können nicht zweimal die Woche um die Preetzer Seenplatte schippern. Hinzu kommt, dass ein Training bis 18:30 mit unserem Familienleben nicht kompatibel ist.
    2. **** und S*** gehen in dieselbe Schulklasse und wir wohnen nahe beieinander. Es ist entlastend, wenn mal der eine, mal der andere die Jungs zum Sport bringen kann. Da S*** aber in der F3 bleiben soll, wäre diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. Die Folge wäre, dass mehr Trainingseinheiten ausfallen müssten.
    3. Morgen soll das Spiel in Selent stattfinden. Am Dienstag erfuhr ****, dass er teilnehmen solle; es wäre sein erstes Spiel gewesen. Da wir am Sonntag tagsüber zu einer Taufe in Ostholstein eingeladen sind, war es schwierig, ihm diese Möglichkeit überhaupt zu eröffnen. Am Donnerstag war das dann Euretwegen wieder Makulatur. Abgesehen von den organisatorischen Problemen auf meiner Seite habt Ihr den Jungen massiv enttäuscht. So etwas kann man mit Kindern nicht machen.
    4. Die F3-Jugend ist für den Geburtsjahrgang 2001, F2 ist für 2000. **** ist Ende September 2001 geboren und mir ganz klar gesagt, dass er nicht mit den „Großen“ spielen will.

Ich werde also **** am Dienstag und Donnerstag zum Training bringen. Wenn in der F3-Jugend für uns kein Platz sein sollte, müssen wir uns nach Alternativen umsehen.

Schönes Wochenende

von Donner

PS: Der avisierte Anruf ist bisher auch ausgeblieben.

Warum wundere ich mich eigentlich darüber, dass die obige E-Mail in keinster Weise beantwortet wurde.

An den folgenden Trainingsterminen konnte der Große nicht teilnehmen, da eine Grippe ihn ins Bett zwang und später auch noch eine Veranstaltung der Schule an einem Donnerstag statt fand. Und immer wieder betonte er, dass er die Preetzer nicht mehr mag. Am 9. Oktober sollte nun der Große selber seinen Trainer zur Rede stellen, aber das war nicht möglich. Er hat mit dem Fußball abgeschlossen.

Für mich grenzt das Verhalten der verantwortlichen Funktionäre des PTSV an eine seelische Misshandlung Schutzbefohlener.

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Über hinrich7

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