Das war 2008

Auch wenn ich bisweilen nicht das Gefühl hatte, so war das sich nun dem Ende neigende Jahr 2008 doch durchaus von vielen Ereignissen geprägt.

DSL

Über das ganze Jahr bliebt das Thema DSL ein Dauerthema. Im März wurde das allgemeine Problem der mangelhaften Versorgung kommunikationstechnischer Infrastrukturen in den Kieler Nachrichten thematisiert. Im April teilte dann der Bürgermeister auf einer Sitzung der Gemeindevertreter mit, dass die Deutsche Telekom die Breitbandverkabelung bis Lepahn erneuern würde, und, man glaubt es kaum, im Sommer waren Bautätigkeiten sichtbar. Und nun endlich scheint sich das Ende des kommunikationstechnischen Zeitalters anzubahnen.

Aber auch diesmal gibt es natürlich einen Haken: Trent wird aller Voraussicht nach nicht in den Genuss der breitbandigen Anbindung kommen. So bleibt den Nachbarn in Trent denn nur ein schmalbandiges DSL von zum Beispiel KielNET oder sie wählen UMTS, welches auch nicht mehr teuer ist. Hierzu gab es in der vorletzten Ausgabe der Zeitschrift c’t ausführliche Testberichte und Tipps zur Anbindung des heimischen Netzwerks mittels UMTS. Und die Tarife schrecken heute eigentlich auch nicht mehr ab.

Kommunalwahl

Herrenhaus Bredeneek

Herrenhaus Bredeneek

Die Kommunalwahl brachte am Ende kaum Veränderungen in der Gemeinde Lehmkuhlen. Die WGL ’94 beherrscht mit 10 von 13 Sitzen den Gemeinderat absolut, konnte als den Sitz der nicht mehr angetretenen SPD vereinnahmen und macht nun, wie bereits in der vorherigen Periode, mehr oder weniger, was sie will. Prominente Beispiele wären die Ablehnung zum beitragsfreien Kindergartenjahr oder die Ruine in Bredeneek.

Die Beteiligung an der Wahl war insgesamt deutlich geringer, als fünf Jahre zuvor, da ist es aber schon sehr erfreulich, dass Anke Kobarg, die dem Gemeinderat leider nicht mehr angehört, und ich als einzige Kandidaten die absolute Anzahl der erhaltenen Stimmen erhöhen konnten. Die Gründe für die geringe Beteiligung, aber auch das schlechte Abschneiden der CDU sehe ich neben der allgemeinen Politikverdrossenheit vor allem in der speziellen Situation vor Ort. So ist zum einen die SPD nicht mehr angetreten. Ein Großteil der Stammwähler dürfte gar nicht zur Wahl gegangen sein. Dann ist da der typisch menschliche Herdentrieb, der eine Abwahl der WGL grundsätzlich für ausgeschlossen hält. Und schließlich die besondere Situation in der Kreis-CDU. Hier kam es vor der Wahl zu einem regelrechten Stellungskrieg zwischen den Gegnern und Befürwortern von Werner Kalinka, ehemaliger Präsident des Kreistages und noch Mitglied des Landtags. Und die Kollateralschäden manifestierten sich hier bei Detlev Hartke, unserem bisherigen Kreistagsabgeordneten, und Günter Kord-to-Krax, dem Ortsverbandsvorsitzenden, die beide unter die politischen Räder kamen.

Feld & Wald

Silobau im April

Silobau im April

Es kommt immer anders. Waren die Jahre 2006 und 2007 von einem tiefgreifenden Aufschwung in der Landwirtschaft geprägt, so hat sich nun vieles wieder normalisiert. Die Ernte an sich begann sehr vielversprechend. Aber schon früh zeigte sich, dass den guten Erträgen nur mäßige Qualitäten gegenüber standen. Und der August führte uns dann einmal mehr die absolute Abhängigkeit vom Wetter vor Augen: Mit über 200mm Niederschlag an 23 Tagen war es der schlechteste August, zumindest in den letzten 20 Jahren.

Erschwerend kam und kommt nun noch hinzu, dass einige Banken in den USA den Hals nicht voll bekommen konnten und sich nun die Welt wirtschaftlich am Rande des Abgrunds befindet. Das Chaos an den Finanzmärkten führte dazu, dass die Spekulanten, die sich vielfach mehr als nur die Finger verbrannt haben, aus den Märkten ausschieden. Die dabei freigesetzten Liquiditätsströme sind kaum vorstellbar und haben alle Anlageformen in einer nie dagewesenen Dramatik einbrechen lassen. Hinzu kommen Rekordernten in der Ukraine und Russland, so dass sich der Weizenpreis wieder nahe der Interventionsschwelle bewegt. Und so dürfte das jetzige Wirtschaftsjahr 2008/09 eines der schwierigsten der vergangenen 20 Jahre werden.

Ernte in Rethwisch

Ernte in Rethwisch

Aber die vorangegangenen Jahre eröffneten aber auch die Möglichkeiten für erhebliche Investitionen. So konnte neben umfangreichen Arbeiten an den Drainagen auch die vorhandene Lager- und Verladekapazität erweitert werden. Gleichzeitig haben wir nach der Ernte des vergangenen Jahres die Arbeitsbreite auf nunmehr 36 Metern erweitert; ein in userem schönen Schleswig-Holstein nicht ganz einfaches Unterfangen.

In der Forstwirtschaft sieht es derzeit weit weniger erfreulich aus: Bedingt durch die katastrophalen Zustände am us-amerikanischen Immobilienmarkt (in den USA wird die Mehrzahl der Häuser aus Holz errichtet), haben sich die weltweiten Warenströme beim Rundholz massiv verändert. Die Folge ist ein drastischer Preisverfall, der durch den Verfall des Preises beim Rohöl zusätzlich unter Druck steht. Sollte diesen Winter noch ein schweres Sturmereignis eintreten, dürfte Markt kollabieren.

Umweltsünder waren hier am Werk

Umweltsünder waren hier am Werk

Was leider auch immer wieder vorkommt, sind Menschen, die sich wie Schweine mit der Umwelt umgehen. So hat wohl ein Unternehmer aus der Kfz-Branche am 17. April 2008 zwischen 11 und 16 Uhr sein Altreifen-Problem an der Schafsweide zwischen Falkendorf und Lepahn gelöst. Eine Strafanzeige bei der Polizei, die zudem einen Artikel in den Kieler Nachrichten zur Folge hatte, konnte den Verursacher leider nicht ausfindig machen.

Straßen, Wege, Schusteracht

Nach einer schier endlosen Planungszeit konnte nun im Spätsommer endlich die Maßnahme an der Motte in Rethwisch fertig gestellt werden. Nur wurde der geplante Reitergalgen nicht installiert, so dass die Reiter weiterhin ein Ärgernis bleiben.

Sowieso tut sich in Sachen Reitwege nicht viel. Ein grundlegendes Konzept wurde bereits vor zwei Jahren vorgestellt, aber eine Umsetzung ist nicht in Ansätzen erkennbar. Und das, obwohl der Reitsportverband und der Schleswig-Holsteinischer Waldbesitzerverband schon vor über einem Jahr einen Rahmenvertrag geschlossen haben, der die größten Steine zwischen Reitern und Grundbesitzern längst aus dem Weg geräumt hat.

Neben der Schusteracht steht vor allem die Straße zwischen Falkendorf und Lepahn im gemeindlichen Brennpunkt, ist der Zustand doch schon im vergangenen Jahr nicht mehr tragbar gewesen. Zur Erinnerung: Während der Bauphase der Ortsumgehung Preetz wurde die Straße von den ausführenden Firmen als Transportweg genutzt, und dabei wurden Lasten transportiert, für die diese Straße niemals ausgelegt gewesen ist. Die Folge: Nicht nur die Decke ist beschädigt, sondern die Straße ist derart ramponiert, dass sie von Grund auf neu aufgebaut werden muss. Und die Entschädigung, die seitens des Bauträgers der Ortsumgehung gezahlt wurde, reicht hinten und vorne nicht für die Behebung des Schadens. Verantwortlich ist natürlich, wie immer in der Politik, keiner.

Nun wurde die Ortsumgehung im Frühsommer 2004 eröffnet und jetzt neigt sich 2008 dem Ende entgegen. Und eine Planung für den Neubau einschließlich Radweg gibt es auch schon seit weit über einen Jahr. Nun soll nach Beschluss der Gemeindevertretung im März 2009 Baubeginn sein. Dafür soll die Straße dann für einige Monate komplett gesperrt werden. Allerdings glaube ich noch nicht, dass in 2009 eine Realisierung erfolgen wird. Es existiert kein Titel im Haushalt, und die Planung ist auch schon recht alt. Zudem bleibt immer noch die Frage der Zuschüsse ungeklärt, den ein vormals gestellter Antrag beim Land wurde von selbigen abgelehnt. Und ein 2,5 Millionen Euro Projekt kann Lehmkuhlen kaum stemmen.

Rückblick auf den Ausblick

Erinnern Sie sich noch an den letzten Jahresrückblick? Der dritte Prozess bei den drei wilden Mietern konnte durch einen Kompromiss vermieden werden. Von den beiden anderen Verfahren ist eines zu meinen Gunsten beschieden, aber in der dritten Angelegenheit ist zwischenzeitlich die nächste Instanz beschäftigt. Der wild gewordene Sportverein (nein, es handelt sich nicht um den PTSV, wenngleich das nicht verwunderlich wäre) hat mit seiner Vorstellung über das Ehrenamt eine deutliche Kinnbremse absolviert. Und gegen die wild gewordene, halbstaatliche Institution habe ich mittlerweile eine Beschwerde beim zuständigen Ministerium eingereicht.

Bleibt noch das Bauvorhaben in Rethwisch, das sich, wenngleich schleppen, erwartungsgemäß entwickelt. Die Erschließungsplanung steht kurz vor dem Abschluss, so dass dann auch dem Wirksamwerden des B-Plans nichts mehr entgegen steht. Mit dem Ende der Winterperiode sollten somit in Rethwisch neue Häuser entstehen und neue Bürger das Dorfleben bereichern.

Und noch?

Winter 2008 - der 26.3.Winter und Sommer

Einen richtigen Winter haben wir weder im Winter 2006/07 noch in 2007/08 erlebt, aber zumindest an einem Tag, dem 26. März 2008, konnte man für einen halben Tag einen phantastischen Winter erleben.

Es darf aber nicht vergessen werden, dass die beiden Winter davor (2004/05 und 2005/06) lang und hart waren. So lag beispielsweise im April 2006 noch Schnee. Wie dieser Winter gewesen sein wird, das wird uns nicht der Tagesthemenströmungsfilm der Kachelmann-Show zeigen, sondern wir an Ostern wissen und beim Osterfeuer 2009 ausgiebig diskutieren können.

Aber wie der Winter, so der Sommer. Der August war rekordverdächtig: Die Temperatur lag nur an einem Tag im Durchschnitt über 20 Grad und 186,2 Millimeter Niederschlag an 23 Regentagen hat es in den vergangenen 20 Jahren nicht gegeben. Und nachdem auch im Vorjahr der Sommer eher bescheiden war, kommt einem Rudi Carell’s „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer…“ wieder in die Ohren. Der Sommer konzentrierte sich übrigens auf den 26.7., an dem neben dem Holzaktionstag in Trappenkamp auch das Gemeindefest in Rethwisch stattfand.

Osterfeuer

Osterfeuer 2008

Osterfeuer 2008

Auch das diesjährige Osterfeuer war gut besucht, wenngleich das Wetter zwar trocken, aber sich hinsichtlich der Temperaturen fast 20 Grad niedriger präsentierte. Aber mit der richtigen Kleidung konnte dann auch das Angrillen genossen werden.

Finanzkrise

Die Finanzkrise, ein Begriff, der mittlerweile Allgegenwärtig ist. Bis vor kurzer Zeit war es eigentlich auch nur ein Wort, das an den Spielbörsen in Frankfurt, New York oder anderswo von Interesse war. Nun aber, so liest und ahnt man, schlägt die Krise auf die so genannte Realwirtschaft durch. Und die Befürchtungen sind keineswegs unberechtigt, wofür allen voran, der geneigte Leser ahnt es schon, die Politiker Schuld sind.

An erster Stelle muss da das totale Versagen der Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, Physikerin ihres Zeichens, genannt werden. Anstatt einen Teilchenbeschleuniger gegen das Austrocknen der Liquiditätsströme in Stellung zu bringen, starrt sie hilflos auf das Schwarze Loch der versagenden Kreditwirtschaft und beißt und tritt nach allem, was ihr ihrer Meinung nach persönlich gefährlich werden könnte. Vollmundig verkündet Merkel ein Konjunkturpaket und bindet selbstherrlich die vom Verfassungsgericht kassierte Entfernungspauschale als Unterstützung ein. Aber die Maßnahmen, die eine Rezession verhindern sollen, sind in keinster Weise geeignet, in der derzeitigen Krise auch nur den Hauch einer Stabilität zu geben.

Da sollen beispielsweise Investitionen in die Infrastruktur und Bildungseinrichtungen durch die Kommunen gefördert werden. Aber Investitionen der Kommunen setzen abgeschlossene Planungen voraus, aufgrund derer dann Fördermittel beantragt werden können. Erst dann erfolgt in der Regel eine Ausschreibung, so dass mit einer tatsächlichen Umsetzung von Maßnahmen frühestens 2010 gerechnet werden kann. Von schneller Hilfe kann hier wohl nur gesprochen werden, wenn man die Relativitätstheorie von Albert Einstein zu hilfe nimmt…

Dabei wäre es für den Bund ganz einfach, eine wirkungsvolle Hilfe gegen die versiegenden Kreditströme der taumelnden Kreditwirtschaft in Stellung zu bringen: Abschreibungen, oder in eingeweihten Kreisen auch AfA genannt, machen den Banken derzeit zu schaffen, stellen aber in der Betriebswirtschaftslehre die so genannte Innenfinanzierung eines Unternehmens dar; sie schaffen die Liquidität, die die Banken nicht mehr gewähren. Früher hat der Fiskus genau dieses Instrument im deutsch-deutschen Grenzgebiet zur Förderung von Unternehmen genutzt. Ohne die so genannte Zonenrandförderung wären beispielsweise Lübeck und Wolfsburg nicht das, was sie heute sind. Gleichzeitig bedeuten Abschreibungen aber nicht eine Steuervermeidung für Unternehmen, sondern vielmehr eine Verschiebung der Steuerlast in die Zukunft. Der Fiskus verzichtet somit nicht auf Dauer auf seine Einnahmen, sondern nur während der Phase der wirtschaftlichen Krise. Ökonomische Zusammenhänge, die einer in einer Planwirtschaft erwachsen gewordenen Physikerin nicht verständlich werden können. Wie heißt es so schön: Was Hänschen nicht lernt…

Graf sucht Gräfin

Ohne Worte.

Bumm!

Erst im nächsten Jahr(esrückblick) werde ich mich (hoffentlich) mit den seismologischen Untersuchungen beschäftigen können, die derzeit im Kreis Plön stattfinden. Heute kam mit der Post an alle Haushalte eine Information der RWE, die die Untersuchungen durchführt, aber schon vor ein paar Tagen war in den Kieler Nachrichten über Probleme in Dersau zu lesen.

Für die Landwirtschaft besteht, natürlich neben den Flurschäden, das größte Risiko in den Auswirkungen auf die Drainagen, sei es durch Schäden durch die Bohrungen, sei es, weil die alten Tonrohre die seismischen Erschütterungen nicht aushalten. Persönlich stellt diese Untersuchung für mich mal wieder eine massive Verschwendung von Steuergeldern dar, die besser in der Forschung regenerativer Energien untergebracht wären.

Epilog

2009 wirft seine Schatten schon voraus: Neben den seismologischen Untersuchungen und der wild gewordenen, halbstaatlichen Institution gilt es vor allem die Betriebe durch das wirtschaftlich schwierige Umwelt zu manövrieren. Ob sich bei den Themen Straßenbau und Reitwegenetz etwas bewegen wird, wage ich zu bezweifeln, ganz im Gegenteil zu Selent 2.5. Die Grundschule in Trent möchte einen Selbstbehauptungskurs für die Kinder durchführen, den ich nachhaltig unterstützen möchte (Sie können das auch). Und dann ist da natürlich noch die Bundestagswahl…

Manches bleibt sicher unerwähnt, aber nicht vergessen. Freunde sind gestorben, Kinder wurden geboren. Freude, Trauer und Zorn sind Salz und Pfeffer im Charakter der Menschen und machen das Leben trotz allem, was damit zusammenhängt, erst lebenswert.

Ich wünschen dem geneigten Leser eine besinnliche Weihnachtszeit und alles Gute für 2009.

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Über hinrich7

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