Atomausstieg

Nun hat sich in Deutschland ja langsam herauskristallisiert, wie man aus der Atomenergie aussteigen möchte: Möglichst langsam und mit möglichst vielen Fluchtwegen. Also getreu dem Motto, nachdem Angela Merkel auch sonst handelt, nämlich sich möglichst nicht festlegen, das am liebsten gar nicht, oder zumindest ohne Termin und wenn dann doch, dann möglichst spät. Dabei sollte doch bei allen Diskussionen, egal ob es nun um die Kernkraft, EHEC oder überschuldete Staaten geht, klar geworden sein, dass ein schnelles Handeln von Nöten ist.

Die heiß diskutierte Kernenergie und der Ausstieg aus derselben zeigt aber eigentlich ganz andere Probleme in unseren Gesellschaften: Eine zu subjektive Bewertung möglicher Szenarien und der daraus erwachsenden Risiken und ein zu lascher Umgang mit möglichen Sicherheitsmaßnahmen. Die Kernenergie ist als physikalischer Prozess beherrschbar und die schiere Energieausbeute weckt natürlich Begehrlichkeiten (immerhin entspricht die Energie in einem Kilogramm Uran rund 10 Tonnen Steinkohle). Aber, und das zeigt das japanische Desaster in Fukushima deutlich, die Folgen eines Unfalls sind nicht beherrschbar.

Das subjektiv zu gering eingeschätzte Risiko zeigt sich an der (inzwischen bestätigten) Kernschmelze und den daraus resultierenden Risiken, die bei einer entsprechenden Bauplanung hätten vermieden werden können. Stattdessen wird darauf verwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Unfall extrem gering sei. Dabei bleibt allerdings unerwähnt, dass selbst eine Wahrscheinlichkeit gleich Null nicht bedeutet, dass diese nicht eintreten kann.

Die Liste möglicher technischer Sicherheitsmaßnahmen für den Umgang mit subjektiven Interpretationen von Wahrscheinlichkeiten lässt sich beliebig verlängern, führt an dieser Stelle jedoch nicht weiter. Klar wird aber die Mentalität der Menschheit um diese Problematik.

Und in diesen Tenor steht auch der geplante Ausstieg von Merkel: Anstatt einen ökologisch und ökonomisch vertretbaren Umbau des Energiesektors zu forcieren, wird eine langsame Minimallösung angeboten. Öl, Gas und Kohle sollen weiter ausgebaut werden. Dass damit das andere Existenzrisiko, nämlich der Anstieg der CO2-Emission, konterkariert wird, scheint niemanden, auch bei den Grünen, zu interessieren. Von einer Verbesserung der Forschung bei der Speicherung von Wind- und Sonnenenergie ist wenig zu erfahren. Dabei existieren Forschungen, Strom in Gas umzuwandeln, so dass einerseits das CO2 in der Atmosphäre in den Kreislauf eingebunden wird, andererseits die vorhandene Infrastruktur genutzt werden kann.

Wenn wir uns nicht ändern, dann klappt es vielleicht doch noch mit dem Weltuntergang 2012

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Über hinrich7

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