Wohnung unter Wasser

Am 6. Juni kam in einigen Stadteilen Hamburgs leichter Regen auf, der sich dann als ausgemachter Starkregen entpuppte. Gestern dann klingelte das Telefon:

Mieter: „Hallo? Ja, ich bin der Mieter aus der Souterrain-Wohnung. Am Montag ist Wasser in meine Wohnung gelaufen, und nun ist mein Fernseher kaputt. Den müssen Sie mir doch ersetzen!

Hätte ich nicht bereits gesessen, wäre ich wohl umgefallen. So konnte ich nach einer Schrecksekunde nur erwidern: „Nein, weder Ihr Vermieter noch wir von der Verwaltung müssen Ihnen Schäden an Ihrem Hausrat ersetzen. Es handelt sich um einen Elementarschaden gegen den Sie sich versichern können.

Wie der Mieter überhaupt auf die Idee kommt, ist mir schleierhaft. Aber da es sicher den einen oder anderen gibt, der sich vor ähnlichen Problemen sieht, will ich nachstehend (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) kurz darstellen, wie sich die Situation auf die einzelnen Parteien auswirkt:

  • Voraussetzung ist, dass das Gebäude in einem Zustand ist, bei dem im Normalfall sichergestellt ist, dass das übliche Regenwasser abgeleitet wird. Außerdem darf der Vermieter oder ein Dritter nicht für den Schaden verantwortlich sein. Ist das nicht der Fall, hat ein Mieter tatsächlich einen Anspruch auf den Ersatz seines Schadens.
  • Der Mieter hat nach dem Schadensfall natürlich einen Anspruch auf Instandsetzung der Wohnräume (von einem Totalschaden u. ä. einmal abgesehen) und sonstiger mitvermieteten Gegenständen (Einbauküche etc.), mit allem drumherum (vorübergehende anderweitige Unterbringung auf Kosten des Vermieters etc.), aber…
  • … der Mieter muss es dem Vermieter ermöglichen, den Schaden zu beheben. Dazu muss der Mieter beispielsweise seinen Hausrat auf eigene Kosten entfernen (lassen), damit beispielsweise Geräte zur Trocknung des Mauerwerks eingesetzt werden oder Maler ihre Arbeit verrichten können. Dies gilt auch für einem dem Mieter zusätzlich bereitgestellten Kellerraum.
  • Die Schäden am Hausrat muss der Mieter selber tragen (es dürfte kaum einer eine Hausratversicherung haben, die Elementarschäden einschließt).

Man sollte das Vorgehen für die Reparaturen und Instandsetzungen mit seiner Verwaltung sachlich klären, auch wenn der eigene Schaden ärgerlich ist und vermutlich vielfach auch die Urlaubskasse auffrisst. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass die verfügbaren Kapazitäten bei den Geräten zur Trocknung aber auch den Mitarbeitern der betroffenen Gewerke derzeit voll ausgelastet sind. Die Wassermassen vom 6. Juni haben so gut wie das gesamte Zentrum und die östlichen Stadtteile überflutet, wie beispielsweise am Mühlenkamp in Winterhude:

Advertisements

Über hinrich7

Noch nix...
Dieser Beitrag wurde unter Lumpensammlung abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s