Raus aus dem EURO

Immer mehr Stimmen fordern den Ausstieg aus dem EURO. Die einen beziehen sich dabei auf einen Austritt oder Rauswurfs der PIIGS-Staaten, die anderen sehen darin die Lösung für Deutschland und einige andere Staaten, die vermeintlich eine stabilere Fiskalpolitik aufweisen. Das Handelsblatt hat einmal einige Stimmen aus dem Volk zusammengetragen.

Die Politiker, die weitere Milliarden durch die Parlamente und Gerichte peitschen wollen, wundern sich dann, dass der Bürger ihnen Unverständnis dafür entgegen bringt, dass bis 2015 keine neuen Bauprojekte bei der Infrastruktur erfolgen sollen, weil die Finanzierung über rund 8 Milliarden Euro nicht gesichert ist, aber andererseits über 220 Milliarden (also fast das Dreißigfache) in die maroden Staaten gepumpt werden sollen. Wer das bezahlen soll, hat der steuerzahlende Bürger begriffen, ebenso wie die Tatsache, dass er das nicht bezahlen kann. Da fragt man sich bei all den blinden Politikern: Ist eigentlich Wolfgang Bosbach (CDU) der einzige Politiker, der tatsächlich vernünftig ist? In diesem Fall offensichtlich, aber sicher hat Bosbach andere Ecken und Kanten. Und nun, wohin geht die Reise?

  • Griechenland ist pleite, da braucht man nicht um den heißen Brei herumzureden. Solidarität bedeutet aber in diesem Fall nicht, so zu tun, als sei da noch etwas zu retten, sondern den Wiederaufbau einer neuen Währung- und Wirtschaftsstruktur zu unterstützen. Auch das wird den Steuerzahler viele Milliarden kosten, allerdings mit der begründeten Hoffnung, dass dann wirklich alles besser wird.
  • Eurobonds funktionieren nicht und sind Gift. Sie führen dazu, dass sich die Finanzierungskosten für die stabileren Länder erhöhen, während sie für die PIIGS-Staaten niedriger sind, als sie es sein müssten. So können Griechenland und Co. weiter die süße Droge des billigen Geldes naschen und das System immer tiefer ins Verderben ziehen. Alleine die Tatsache, dass Politiker über solche Bonds nachdenken, zeigt, dass sie nicht die geringste Ahnung haben, wie Kapitalmärkte funktionieren. Und sich dann wie Peer Steinbrück hinzustellen und die Transfer-Union zu fordern, ist schon unverschämt.
  • EFSF, die sperrige Abkürzung des x-ten Rettungsschirms, kann nicht funktionieren, da sie die beteiligten Länder in den finanziellen Abgrund ziehen wird. Das sture Augen-zu-und-durch wird nicht funktionieren. Das wird auch in der Wirtschaft so gesehen. Eindrucksvolles Beispiel war der Rücktritt des Vorstandsmitglieds Jürgen Stark der EZB, der gegen einen Ankauf von Staatsanleihen ist: Die Börsen wurden schon vom Gerücht alleine erschüttert. Die Bestätigung drückte dann weiter die Kurse und führt wohlmöglich für morgen erneut zu einem Crash auf Ansage.
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Noch nix...
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Eine Antwort zu Raus aus dem EURO

  1. andena17 schreibt:

    Schöner Artikel!

    Das Tragische ist jetzt aber, dass die Politiker trotz der vorher so oft beschworenen Solidarität den griechischen Staat und deren Bürger einfach mal fallen lässt. Die Logik dabei ist, dass man das Geld aus dem EFSF lieber dafür einsetzen will, um wiedermal die Banken zu retten bzw Insolvenzverschleppung zu betreiben.

    Das heißt im Endeffekt, dass die Euroländer eben keine notwendigen Mittel an Griechenland für deren überfälligen und unvermeidlichen Ausstieg aus der Eurozone zur Verfügung stellen, sondern Griechenland ihrem eigenen Schicksal überlassen.

    Wenn die anderen Euro-Wackelkandidaten Portugal und Zypern jetzt schlau sind, dann werden sie diese Entwicklung von der Solidarität hin zum Fallenlassen als Initialzündung begreifen, diesen Euroraum so schnell als möglich fluchtartig zu verlassen, denn sie können sich bereits jetzt ausrechnen, dass sie demnächste die nächsten Opfer des systembedingt fehlerhaften Euros werden.

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