Dänenampel

Wer war der Heidemörder? Damals brachte er Heide Simonis zu Fall, die eigentlich auch im vierten Wahlgang noch nicht wahr haben wollte, dass ein Mitglied ihrer Partei ihr den Gefolgsam verweigerte. Viele haben bis heute „Rambo Ralle” aka Ralf Stegner unter Verdacht. Und sollte er es gewesen sein, muss Torsten Albig sich im Gegensatz zu Simonis nicht fürchten.

Wenn Stegner es aber nicht gewesen ist, dann könnte auch diesmal ein Desaster drohen. Allerdings könnte Albig sich von den Freibeutern retten lassen und so doch Ministerpräsident werden. Und wahrscheinlich wird auch die Höhe des dafür notwendigen Schutzgeldes bald publik werden.

Aber wäre denn eine Dänenampel wirklich schlimm? Ich meine schon: Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) verfügt über das von den Briten verliehene Privileg, sich bei Wahlen nicht an der 5%-Hürde messen lassen zu müssen. Dies sollte dem Schutz der dänischen Minderheit im noch immer braunem Nachkriegsdeutschland dienen, die so ein Sprachrohr direkt im Landtag hatten. Und jetzt wieder, wie schon 2005, kürt sich der SSW zum Königsmacher. Allerdings, wie ich schon 2005 schrieb, ist das kritisch zu betrachten:

Da treten aber ganz handfeste Fragen und kritische Stimmen auf. Einerseits pocht der SSW ständig auf seine politische Neutralität, hält aber mit seiner Zuneigung zur SPD nicht hinter dem Berg. Schon 1987 hat der damalige Abgeordnete der SPD in Amt und Würden verholfen. Eigentlich möchte der SSW nur die Interessen der rund 50.000 starken dänischen Minderheit vertreten, aber gleichzeitig sollen alle Schleswig-Holsteiner die Auffassung der Minderheit in der Schul- und Verkehrspolitik teilen. Und der SSW spricht sich strikt gegen einen Nordstaat aus. Wo ist da die Neutralität?

Die SSW missbraucht ihr Privileg, wenn sie mit weniger als 5% meint, eine vollwertige (Regierungs-) Partei im Landtag sein zu können. Und ein solcher Missbrauch ist von den Briten sicher nicht gewollt gewesen.

Übrigens: Einige SPD-Mitglieder bezeichnen die Dänenampel lieber als Schleswig-Holstein-Ampel. Schleswig-Holstein-Ampel hat aber schon etwas an Größenwahn und lässt die Kabinettssitzungen bald in der kreisfreien Stadt Kopenhagen abhalten…

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3 Antworten zu Dänenampel

  1. andena17 schreibt:

    Interessant finde ich den Aspekt, dass der SPD und den BündnisgrünInnen anscheinend gar nicht auffällt, dass der SSW als Interessenpartei der nationalen Minderheiten der Dänen und Friesen eine zuvorderst nationalgesinnte Partei ist, die dann allerdings nicht platt nationalistisch daherkommt sondern national-sozialdemokratisch und somit quasi als zweite SPD (allerdings mit dem D für Dänemark) in den Kieler Landtag einzieht.

    Wo sie (der SSW) allerdings für ihre Klientel der (Speck-)Dänen eintritt, da stellen sich einem ob der erwünschten teuren Sonderrechte die Nackenhaare auf.

    Wäre es nicht so sauernst, so könnte man die Ambitionen besonders der BündnisgrünInnen mit diesem SSW eine Koalition als Treppenwitz der Geschichte abtun. Die GrünInnen propagieren zwar Multi-Kulti und eine Integrationsgesellschaft – streben aber dem eigenen Programm zum Trotz mit der einzigen nationalen Partei im Landtag eine Koalition an.

    Und das Schönste daran ist, dass sich der SSW auch gar nicht herausreden kann nach dem Motto: „Aber wir sind gar nicht dänisch-national.“ Denn dann würde dieser Wahlverein sofort seine Sonderrechte verlieren müssen. 😉

    • hinrich7 schreibt:

      Spitz formuliert lassen sich die Grünen und die SPD von britisch privilegierten, dänischen Nationalisten an die Macht bringen…

  2. Pingback: Kraftgate | Hinrich´s kleine Welt

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