Leitungstrassen im Spannungsfeld

Die Energiewende, von Angela Merkel in geradezu diktatorischer Art und Weise dem Deutschen Volk oktroyiert, zeigt immer mehr, was sie wirklich ist: Ein gigantisches Konjunkturprogramm, mit für die Politik gleich zwei Vorteilen: Zum einen zahlt der Verbraucher die Subventionen zum großen Teil selber (sog. Einspeisevergütung) und zum anderen entledigt sich die Politik der Subventionen an die Atomindustrie. Im Ergebnis ist die Landschaft nicht mehr von wenigen großen Atommeilern sondern flächendeckend von Biogasanlagen, Maiskulturen und Windkraftanlagen geprägt. Und die Netzbetreiber möchten natürlich auch noch etwas vom Kuchen ab haben und streben deshalb den Bau neuer Stromtrassen an, als Höchstspannungsnetz. Aber brauchen wir die wirklich?

Vermutlich nicht, zumindest nicht in der vorgesehenen Intensität. In Schleswig-Holstein werde, so wird behauptet, zu Verbesserung der Energieversorgung (in Süddeutschland) eine redundante Anbindung der Fehmarnregion benötigt. Diese würde dann einerseits über Lübeck, andererseits über Kiel erfolgen und sich dann in den Süden erstrecken. So könne der Wechselstrom bei 400 KV sicher in die Werkshallen der schwäbischen Autobauer gelangen, um so die dort wegen der Abschaltung des Kraftwerks Biblis fehlende Energie bereit zu stellen.

Das hört sich ja erstmal plausibel an, aber sind denn 60 Meter hohe Masten, die auf einer 30 Meter breiten Trasse quer, nein, längs durch die Republik geführt werden, der Weisheit letzter Schluss? Die hohen Voltzahlen sind erforderlich, um die Verluste zu minimieren und Wechselstrom soll es schon sein, denn nur diesen kann man vernünftig verteilen.

Aber die Verluste bei einer Gleichstromleitung wären viel geringer und die Trasse wäre weniger eindrucksvoll in der Landschaft und könnte auch in der Erde verlegt werden. Gleichstrom kann man zwar nicht gut an Endverbraucher verteilen, aber das ist ja auch nicht vorgesehen, da dieser Strom von Norden (Wind) in den Süden (Autobauer) transportiert werden soll. Um den Strom aber im Süden verteilen zu können, muss dieser dann in Wechslstrom umgewandelt werden. Und dann müsse man, so die Netzbetreiber, große Transformatoren bauen und von dort an Masten errichten.

Und das ist falsch. Die Masten stehen dort schon, und ebenso die Transformatoren. Wo? In Biblis, Neckarwestheim und so weiter. Alle Standorte der abgeschalteten Atomkraftwerke verfügen über Transformatoren und, was in der Diskussion viel wichtiger ist, über eine hervorragende Infrastruktur zum Abtransport von Energiemengen im Gigawattbereich.

Aber Gleichstromleitungen wären günstiger, so dass die Netzbetreiber weniger verdienen würden, würden die Standorte der Kernenergie tatsächlich übernehmen und somit die Abschaltung manifestieren und wegen der geringeren landschaftlichen Beeinträchtigungen auf viel mehr Verständnis bei den Bürgern treffen. Und das geht doch nun wirklich nicht…

Übrigens: Für das Planverfahren wurde vieles verändert (gemäß §12 b EnWG). So müssen Einwände der Bürger vor der Planveröffentlichung erfolgen, in diesem Fall bis spätestens zum 10.7.2012. Eigene Stellungnahmen können im Internet, per E-Mail oder postalisch an

Netzentwicklungsplan Strom
Postfach 10 05 72
10565 Berlin

vorgenommen werden. Weitere Informationen gibt es auch hier:

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