Print supports Trash-TV

Artikel der Kieler Nachrichten über die Trash-Show der Sendergruppe RTL.

Artikel der Kieler Nachrichten über die Trash-Show der Sendergruppe RTL.

Beim gestrigen Frühstück musste ich über einen Artikel in den Kieler Nachrichten zu einem Trash-Format der Sendergruppe RTL stolpern: Das Dschungelcamp.

Der regelmäßige Leser erinnert sich vielleicht daran, dass die RTL-Gruppe mit all ihren Formaten ebenso wie die Pro7-SAT.1-Gruppe meine Nackenhaare steiler werden lassen als Viagra andere Körperteile. Gleichfalls stehen die Kieler Nachrichten mit der präsentierten Art des Journalismus nicht gerade auf meiner Favoritenliste. Und so dürfte es auch niemanden wundern, dass ich auf dieser Grundlage auf Twitter und Facebook wie ein Rohrspatz zu schimpfen begann; natürlich ohne den Artikel vorher gelesen zu haben. Denn ein Thema, welches ich vollständig ablehne, weil ich den Informationswert nahe dem Erdkern vermute, möchte ich ungern an meinen Kortex lassen. Und natürlich brachte meine Schimpfe die Kieler Nachrichten in Form eines Redakteurs auf, der sich darüber monierte, dass ich den Beitrag, der sich kritisch mit der Sendung auseinander setzen würde, ja nicht einmal gelesen hätte.

Im Kontext dieser an mir geäußerten, berechtigten Kritik habe ich darüber nachgedacht, ob ich dieses Thema hier auch noch breittreten und somit der RTL-Gruppe noch eine Plattform für ihren Müll bieten sollte. Aber den Kopf in den Sand stecken, bringt letztlich auch nichts, so dass ich mich entschlossen habe, hier weiter darauf einzugehen. Und widerstrebend habe ich natürlich auch den Artikel gelesen.

Indes bleibt meine Kritik da, wo sie ursprünglich schon gewesen ist: Eine seriöse Publikation sollte sich nicht mit einem Thema wie dem „Dschungelcamp” auseinandersetzen, weil dadurch nur das Format im Publikum beworben wird. In diesem Fall kommen erschwerend der Titel und die aufreißende Fotografie hinzu. Im Kontext mit dem (nunmehr auch von mir gelesenen) Artikel wird die Sendung nicht nur beworben, sondern umgekehrt offensichtlich dazu benutzt, die eigene Publikation attraktiver zu machen. In meiner Jugend nannte man Menschen mit solchen Verhaltensmustern „Trittbrettfahrer”. Daran ändern auch die in Teilen kritischen Anmerkungen hinsichtlich des Umgangs mit den Gesundheiten der Kandidaten nichts.

So bleibe ich nach der Reflektion der Dinge bei meiner ursprünglichen Meinung: Im seriösen Journalismus hat ein solcher Artikel (für mich) nichts zu suchen. Wenn ich derartiges lesen möchte, kaufe ich mir die BILD oder etwas vergleichbares. Wenn aber jemand seriös das Thema angehen würde wollen, wäre die gesamte Trash-Subkultur der Sender zu betrachten, nicht eine einzelne Sendung.

Und, weil es in den Kommentaren bei Facebook aufgestoßen ist: Dies ist meine persönliche Meinung. Ihr alle habt in eurem Pluralismus sicher eine andere. Vertretet sie!

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Eine Antwort zu Print supports Trash-TV

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