Papst

Die katholische Kirche hat ihr Oberhaupt verloren. Und das durch einen Rücktritt: Ein einmaliger Vorgang in den letzten rund 700 Jahren. Und nun brauchen die rund eine Milliarde Katholiken ein neues Oberhaupt. Und da der Papst gleichzeitig Staatschef des Vatikanstaates ist, dürfte die Nachfolgefrage auch von allgemeinen Interesse sein.

Eine Milliarde Menschen sind rund 15% der Erdbevölkerung. Und auch wenngleich in Deutschland der Anteil der Katholiken rund 30% beträgt, so stellen sie doch eine Minderheit dar. Die anderen Christen sehen im Papst nicht „ihr” Oberhaupt und der Papst fühlt sich für diese auch nicht zuständig.

Unter dieser Prämisse drängt sich die Frage auf, warum die Medien landauf, landab seit dem Beginn der Konklave über kaum andere Themen berichten. Wünschenswert wäre eine solche detaillierte, umfängliche und zeitlich dominante Berichterstattung nicht nur  bei bundesrepublikanischen Landtags- und Bundestagswahlen, sondern auch bei Kommunalwahlen, Petitionen und anderen Themen, die die Bürger bewegen.

In einem Land, in dem Kirche und Staat prinzipiell getrennt sind, ist es schon fast Nötigung, wenn eine religiöse Veranstaltung in einem anderen Land derart dominant in den Medien präsent ist.

Vergessen werden dürfen in diesem Zusammenhang nicht die Dinge, die die katholische Kirche zu verantworten hatte oder hat: Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, Inquisition, Verbreitung von AIDS, Verbot von Abtreibungen selbst nach Vergewaltigungen, Missbrauch von Kindern rund um den Globus, Vollständige Missachtung der Gleichberechtigung der Geschlechter, Missachtung der Verfassung zudem durch das Zölibat und so weiter, und so fort. Die Liste, deren Bandbreite von kleinen Fehltritten bis zu menschenverachtendes Handeln reicht, lässt sich beliebig erweitern.

Liebe Medienvertreter, Politiker und religiöse Würdenträger: Religionsfreiheit ist ein Grundrecht, aber eben auch nur eines. Religion ist seit der Abschaffung der Staatskirche eine Privatangelegenheit. Und damit das so bleibt, dürfen Medien nicht eine 24/7-Berichterstattung bringen, gleichzeitig aber Themen des eigenen Staates in den Hintergrund schieben. Politiker müssen der Ignoranz mancher Kirchenfürsten einen Riegel vorschieben. Dazu sollte nicht nur die Kirchensteuer beseitigt, sondern auch das Tanzverbot aufgehoben werden. Mit welcher Begründung wird eine Religionsgemeinschaft gegenüber einer anderen bevorzugt.

 

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